“Günstige Prognose”

Unser Film GÜNSTIGE PROGNOSE gewinnt beim diesjährigen „12th International LA Shorts Festival“ in Hollywood den Award für „Best Foreign Film“ und ist damit auf der OSCAR® Consideration List.

Facts Stab Synopsis Trailer Screenshots Darsteller Presse Interview

Facts

Das LA Shorts Festival ist das größte und wichtigste Shortfilmfestival der Welt und ist von der Academy of Motion Pictures Arts & Sciences anerkannt. Von den über 2.000 internationalen Einsendungen wurden 600 Filme auf dem Festival gezeigt. Wir haben den Award in der Kategorie „Best Foreign Film“ gewonnen.

Damit sind wir automatisch auf der OSCAR® Consideration List, die für die OSCAR® NominierungVoraussetzung ist.

Schirmherrschaft: Justizsenator Carsten Lüdemann
Pressekonferenz: Park Hyatt Hamburg, 16.04.2007

Premiere: Cinemaxx, Kino 1/Großer Saal, 16.04.2007, Gloria Palast in München, 14.05.2007

Filmfestival
Präsentation beim Max Ophüls Preis in Saarbrücken, 15. Januar 2008
LA Shorts Filmfestival in Los Angeles, 15.-21.August 2008

Unterstützt von:
089 Bar, Arri, avid editing hamburg, BMW, Boavista, Capital Lease, Cinegate, Cinemaxx Hamburg, Dunkelziffer e.V., Event Design by Torsten Köhler, Gebr. Heinemann, German Films, Gloria Palast, Hotel La Maison, Kodak, La Fattoria, LXK Studios, Park Hyatt Hamburg, Reifenrath Hamburg, rtv-Dt. Supplement-Verlag, Scanwerk, Side Hotel Hamburg, TV-Werk München, Unicef, Weinhaus Gröhl, Wind + Michl GmbH
und
ZDFdokukanal

Stab

Executive Produzent: Gerhard Schmidt-Ferry
Produzentin: Julia Volk
Regie: Peter Landkani
Kamera: Maher Maleh
Autor: Christoph von Zastrow
Idee: Peter Landkani
Regie-Assistenz: Yvonne von Mach
Szenenbild: Dietmar Linke
Musikkomposition: Darius Rafat

Synopsis

Die Psychologin Alexandra Pausch ist auf dem Weg zum Gerichtstermin über die Verhandlung eines pädophilen Sexualverbrechers. Bevor sie sich ihrem kontroversen Beruf widmet, stoppt sie an einem Laden und findet in einem kleinen Schaufenster das perfekte Geburtstagsgeschenk für ihre Nichte Lara: ein kleine Spieluhr.

Der Straftäter Uwe K. wird von der Psychologin durch ihr Gutachten vor dem Gefängnis bewahrt. Beruflich erzielt sie damit einen passablen Erfolg, doch stößt ihr kritisches Engagement nicht überall auf Zustimmung. Die ersten Vorboten empfängt sie durch die aufgebrachte Mutter des Opfers, welche sich im Gerichtsflur mit einer schallenden Ohrfeige für das gefallene Urteil bedankt. Unbeeindruckt von der Aufruhr verteidigt Alexandra die erstellte Diagnose ihres Gutachtens. Reinen Gewissens macht sie sich auf den Weg zum Geburtstag ihrer Nichte Lara. Mit strahlenden Augen läßt Lara die Ballerina tanzen. Beim Verabschieden freut sich Lara schon auf den nächsten Besuch im Büro ihrer Tante.

In den folgenden Tagen erhält der an der Verurteilung beteiligte Staatsanwalt einen erbosten Anruf eines Unbekannten. Dieser beschwert sich massiv über den Ausgang der Verhandlung und kündigt an, den Fall auf seine Art und Weise zu beenden.

Derweil befindet sich Uwe K. in therapeutischer Behandlung bei Alexandra. Mit dankbaren und einsichtigen Gesten tritt der Straftäter ihr gegenüber. Sein Verhalten wiegt die Psychologin in Sicherheit über ihre richtige Entscheidung. Nach Beendigung der Sitzung erhält Alexandra einen Brief unbekannten Absenders. Inhalt ist eine Sammlung von Artikeln und Fotos ihres Patienten. Die Hinweise der Artikel führen sie zu einer Schule, in welcher der ehemalige Lehrer beruflich tätig war. Wie sich herausstellt, schickte der aufgebrachte Hausmeister der Schule Alexandra die gesammelten Zeitungsartikel und erläutert ihr seinen Standpunkt zu den Geschehnissen, wobei er sich in Selbstjustiz und Rache verliert. Unbeeindruckt verläßt Alexandra das Gebäude.

Mit dem Glauben, eine richtige Entscheidung getroffen zu haben, verschließt sie die Augen vor der drohenden Gefahr, die von ihrem gefährlichen ‚sympathischen’ Patienten ausgeht.

Erst als das Grauen in ihr eigenes Leben eindringt, realisiert sich die leichtfertige Einschätzung ihrer Diagnose. Zur folgenden Sitzung erscheint Herr K. in Begleitung seiner Tochter Lilly. Er präsentiert sich als liebevoller und fürsorglicher Vater in Begleitung seiner Tochter. Als Lilly der Psychologin ihren eigenen Schatz zeigt, traut diese ihren Augen kaum: die Spieluhr mit der tanzenden Ballerina. Zur gleichen Zeit erhält sie einen Anruf ihrer Schwester, daß Lara noch nicht zu Hause angekommen ist…

Trailer

Screenshots

Darsteller

Floriane Daniel (Alexandra Pausch)

Floriane DanielSchon vor Jahren hat sich Alexandra im Leben gegen die eigene Familie und für eine Karriere als niedergelassene Psychiaterin entschieden. Mit großem Einsatz widmet sie sich seither jedem einzelnen ihrer Fälle, nicht ohne persönlichen Ehrgeiz, doch vor allem beseelt von der Absicht, ihren Patienten zu helfen. Wir wissen nicht, warum diese durchaus attraktive, wenn auch übermäßig ernst wirkende Frau ein so distanziertesVerhältnis zu familiären Werten hat, wenn es sie selbst betrifft. Vielleicht verlief ihre eigene Kindheit nicht immer optimal.

Fest steht, dass in Alexandra eine unbewusste Sehnsucht nach etwas lebt, das sich in einer außergewöhnlich engen Beziehung zu ihrer 10-jährigen Nichte Lara widerspiegelt. Ein geheimer Kinderwunsch? Mit der, für pädophil veranlagte Menschen typischen, Einfühlsamkeit stößt der zu begutachtende Herr K. gezielt in diese biografische Lücke. Indem er sich als Familienmensch präsentiert, legt er den kritischen Verstand seiner Gutachterin lahm. Alexandra merkt nicht, wie sie zum Werkzeug wird, wie etwas Unbewusstes von ihr Besitz ergreift, das ihre sonst so klaren Gedanken und ihre geheiligten Prinzipien der Aussagenpsychologie korrumpiert. Angetrieben von verdrängten Sehnsüchten, verstrickt sie sich in Abwägungen, die das rechte Augenmaß vermissen lassen.

In der Realität stützten sich gerichtliche Entscheidungen viel zu oft auf das Urteil einer einzelnen Gutachter-Person, deren Qualifikation nach dem Zeitpunkt ihrer Berufung kaum noch in Frage gestellt wird. Alexandra mag eine gute Psychiaterin sein. In diesem Fall ist sie überfordert. Aber sie wird auch allein gelassen. Und die bittere Ironie besteht darin, dass sie selbst es ist, die nach dem verhängnisvollen Fehlurteil am meisten darunter zu leiden hat.

2006
Der letzte Zeuge
2005
Reine Formsache
2001
Der Wind über dem Fluss
1996
Winterschläfer

Ralph Herfort (Uwe K.)

Ralph HerfortRein äußerlich betrachtet ist Herr K. ein ganz normaler Mann. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und arbeitet seit längerer Zeit in einem Sportgeschäft. Erst der zweite Blick enthüllt das dunkle Geheimnis in der Seele dieses scheinbaren Biedermanns: Herr K. “liebt” kleine Mädchen. Er ist ein Pädophiler.

Früher, als er noch Sportlehrer an einer Grundschule war, befand er sich ganz in seinem Element. Seit seine Machenschaften zunehmend an die Öffentlichkeit gedrungen sind und er seinen Posten als Lehrer verloren hat, leidet er zunehmend darunter, seinen Trieb nicht stillen zu können. Zuletzt hat er ein kleines Mädchen entführt. Zur Vergewaltigung kam es allerdings in diesem Fall nicht mehr, weil Herr K. zuvor gefasst wurde. Aber wie wird es weiter gehen?

Es ist bekannt, dass Triebtaten im Zusammenhang mit Persönlichkeitsstörungen häufig fortschreitend sind, dass die Intensität des Triebes und damit auch die kriminelle Energie, ihn zu befriedigen, zunehmen. Ein so genannt Strukturiert-Pädophiler ist nicht heilbar, weil er sich selbst nicht als krank einstuft. Er weiß, dass man nicht wünscht, was er tut. Doch er kennt kein schlechtes Gewissen. Nur Angst vor den Konsequenzen. Darum ist auch eine grundsätzliche Besserung nicht zu erwarten. Doch im Gutachten von Alexandra fehlt dieser Passus. Wie in allen anderen Prozessen zuvor, ist Herr K. wieder einmal davon gekommen. Das muss ihn ermutigen, in seinem Handeln fortzufahren.

Schlagzeilen wie “Auf fast jedem Kinderspielplatz sitzt ein Pädophiler” (Manfred Karremann, Reporter u. a. für das ZDF, Stern etc.) alarmieren zwar, doch es geschieht in der Folge wenig. Denn die Bedrohung hat kein Gesicht. Einem Pädophilen sieht man es gewöhnlich nicht an. Mit dem Finger nach dem “Kinderschänder” zu zeigen hilft nicht. Darum soll Herr K. in diesem Film auch kein Gesicht haben. Denn nicht der (letztlich austauschbare) Pädophile allein ist die Bedrohung, sondern der sorglose Umgang mit ihm stellt eine fast ebenso große Bedrohung dar.

2005
Wut (TV)
2004
AEON FLUX
2003
Agnes und seine Brüder
1999
Kannack Attack

Francis Fulton-Smith (Staatsanwalt)

Francis Fulton-SmithScheinbar steht der Staatsanwalt auf der richtigen Seite, wenn es darum geht, die Tat(en) des Herrn K. richtig einzuschätzen. Er plädiert auf schuldig, prangert die Gefahren an, die von ihm ausgehen.

Doch statt die Gutachterin Alexandra zu unterstützen oder sich mit ihr auf einer vernünftigen Ebene auszutauschen, greift er sie frontal und mit beißender Ironie an. Und auch als es weitere Hinweise gibt, dass im Falle von Herrn K. ein Fehlurteil gefällt wurde, fühlt er sich nicht zu einem persönlichen Einsatz gemüßigt. Mag sein, dass vor Zeiten der Drang nach Gerechtigkeit in ihm gelebt hat, mit den Jahren ist diese Tendenz einem feigen Sarkasmus gewichen. Und so zeigt sich am Ende, dass der Staatsanwalt vor allem eines ist: ein schlechter Verlierer.

2006
Lieben und Töten (TV)
2004
Geerbtes Glück (TV)
2003
Baltic Storm
1998
Der dreckige Tod (TV)

Bernd Herzsprung (Hausmeister)

Bernd HerzsprungAls vox populi, die buchstäbliche Stimme des Volkes, erscheint uns der Hausmeister und als das genaue Gegenbild einer sich im Intellektualismus versteigenden Jurisprudenz. Mit eindimensionalen Denkmustern, gestützt auf wenige Fakten, werden hier Bauchurteile gefällt und am liebsten standrechtlich vollstreckt. Wir können nicht wissen, aus welchen Motiven heraus sich dieser einfache Mann das Mandat erteilt, die Strafverfolgung des Herrn K. in die eigene Hand zu nehmen. Möglicherweise wurde der Hausmeister selbst als Kind das Opfer eines Kinderschänders. Doch wir ahnen von Beginn an, dass die “Stimme des Volkes” diesmal auf der richtigen Spur ist. Die Konsequenzen hingegen sind barbarisch: Wenn es nach ihm, dem Hausmeister, ginge, dann wäre er Ermittler, Gutachter, Ankläger, Richter und Vollstrecker in einer Person. Der Hausmeister kennt keine Zweifel. Er fällt Urteile. Er stützt sich dabei nicht auf Gesetze, sondern auf sein Bauchgefühl. Er befragt nicht das Gesetzbuch, er wägt auch nicht ab, denn das Vorurteil genügt ihm.

Eine Person wie die des Hausmeisters gilt als der Alptraum jeder bürgerlichen Gesellschaft. Und wiederum liegt die bittere Ironie darin, dass ausgerechnet jener, der sein Urteil ohne Sachverstand längst vor der letzten, verhängnisvollen Tat gefällt hat und die grausame Selbstjustiz ankündigt, am Ende scheinbar Recht behält.

Nicht weil er wirklich Recht hat, sondern weil die Gesellschaft nicht in der Lage ist, den Wert ihrer Prinzipien, wie den Schutz des freien Individuums, unmissverständlich zu formulieren und zu verteidigen. “Täterschutz statt Opferschutz” birgt die Gefahr einer schleichenden Korrosion rechtstaatlicher Werte. Denn ein ungerechtes Urteil das vermeidbar ist, beseitigt nicht nur das entstandene Unrecht nicht, sondern es leistet sogar neuem Unrecht Vorschub.

2006
Inga Lindström: Die Frau am Leuchtturm (TV)
2005
Auf den Spuren der Vergangenheit (TV)
2002
Die Pathologin (TV)
2002
Familie Dr. Kleist (TV)

Joost Siedhoff (Amtsrichter)

Joost Siedhoff
2004
Aeon Flux
2003
Beyond the Sea
2002
Luther
1999
Die Liebenden des Polarkreises

Siemen Rühaak (Strafvertediger)

Siemen Rühaak
2006
Flucht und Vertreibung (TV)
2002
Rosenstrasse
2002
Im Schatten der Macht (TV)
2002
Northern Star

Hedi Kriegeskotte (Frau K.)

Hedi Kriegeskotte
2003
Was nicht passt, wird passend gemacht
2000
Lammbock
1994
Der bewegte Mann
1991
Kleine Haie

Anne Cathrin Buhtz (Nicole)

Anne Cathrin Buhtz
2006
Alarm für Cobra 11 (TV)
2005
Post Mortem (TV)
2000
Absolut das Leben (TV)
1999
Jetzt oder Nie

Presse

Interview


Ralph Herforth Interview


Francis Fulton-Smith Interview


Bernd Herzsprung Interview


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